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Pressemeldung 2008
Freitag, 24. Oktober 2008 um 00:00 Uhr

Vierte Etappe des Europäischen Frauen-Pilgerprojektes „Egeria-Weg"
durch Slowenien und Kroatien

Vom 21. 9. bis 04. 10. 2008 pilgerten 18 Frauen einer internationalen und ökumenischen Frauengruppe auf der vierten Etappe des Egeria-Weges durch Slowenien und Kroatien.
Der Egeria-Weg ist ein ökumenisches Frauenpilger-Projekt, das in zehn Jahren durch 13 Län-der Europas und des Nahen Ostens führt. Auf den Spuren der frühchristlichen Pilgerin Egeria gehen Frauen jedes Jahr einen Abschnitt dieses europaweiten Weges, den Egeria vor mehr als 1500 Jahren von ihrer Heimat Nordspanien nach Jerusalem gepilgert war. Begonnen hat das Egeria-Pilgerprojekt 2005 in Spanien, gefolgt von Frankreich, 2006 und Italien 2007. Im Jahr 2015 soll der Pilgerweg in Jerusalem zum Ziel kommen.
Die Gestaltung ökumenischer Begegnung entlang des Weges, die spirituelle Weggemein-schaft von Frauen unterwegs und die Mitgestaltung des Einigungsprozess in Europa aus der Sicht von Frauen sind Ziele des Egeria-Projektes. Die Teilnehmerinnen verstehen sich somit als Wegbereiterinnen eines sich einenden Europas und als Grenzgängerinnen zwischen West und Ost, zwischen verschiedenen Kulturen und Konfessionen des Kontinents.
Auf dem zweiwöchigen Weg durch das EU-Land Slowenien und durch Kroatien, das sich als Kandidat auf den EU-Beitritt vorbereitet, gab es verschiedene Begegnungen mit Politikerin-nen und EU-Vertreterinnen. Dazu gehörte ein Treffen mit Natasa Gorsek, Leiterin der Vertre-tung des Europaparlamentes in Ljubljana. Darüber hinaus fanden Treffen mit Multiplikatorin-nen von Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und Frauenverbänden statt.
In einer Lesung mit der Menschenrechtsaktivistin Jadranka Cigelj wurde die Situation von Frauen in der Kriegs- und Nachkriegszeit bedacht. Hier wie in anderen Begegnungen spielte die Frage der Versöhnung in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens eine große Rolle. Fra-gen zur sozialen Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen standen ebenso auf dem Programm wie aktuelle politische Fragestellungen und wurden u. a.mit einer Militärseel-sorgerin aus dem Kosovo bedacht. Im Gespräch mit Roma-Frauen wurde deren Perspektiven auf Europa deutlich.
Trägerin des Egeria-Projektes ist das Ökumenische Forum Christlicher Frauen in Europa, Bereich Deutschland e.V. (ÖFCFE).
Unterstützt und gefördert wird der Egeria-Weg 2008 durch die Europäische Union, aus Mit-teln des Fonds „Europa für Bürgerinnen", durch die Evangelische Kirche in Deutschland und durch Spenden Einzelner und Organisationen.